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Interview mit streetclip.de

Kürzlich hatten wir ein wenig Redebedarf und unterhielten uns mit streetclip.de. Das Interview könnt ihr hier nachlesen. Lieber Armin Schäfer, vielen, vielen Dank!

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Letzte Woche plauderten wir ein wenig mit Julia Nemesheimer vom Trierischen Volksfreund …

Drei vandermeers – Sängerin Harmke van der Meer, Gitarrist Florian P. Stiefel und Bassist Jo Hansson – sprachen mit TV-Redaktionsmitglied Julia Nemesheimer über das neue Album, warum sie jetzt auf ein Label setzen und wie das eigentlich mit dem Lampenfieber aussieht.

Die Kritiken zu „Panique automatique“ sind bisher durchweg positiv. Wie steht ihr denn zu eurem neuen Werk?

FLORIAN P. STIEFEL Wir sind wirklich zufrieden. Sie ist stilistisch sehr unterschiedlich. Aber es gibt ja zwei Arten von Musikhörern: Diejenigen, die eine Platte haben wollen, bei der die Songs stilistisch in eine Richtung gehen, und die, die lieber mehr Abwechslung haben wollen. Da wir eher in zum zweiten Weg tendieren, ist es ein logischer Schritt, auch selbst solche Musik zu produzieren. Außerdem sehe ich in Anbetracht der vielen Streaming- und Playlist-Möglichkeiten „Panique automatique“ gerne als Playlist auf einer CD an (lacht).

JO HANSSON Unsere stilistische Grenze ist unser Geschmack. Dementsprechend wird das gemacht, was uns gefällt. Wir haben ja sogar eine lupenreine Technonummer mit drin. Da wollen wir uns auch gar nicht selbst einschränken.

STIEFEL Die Überkategorie ist aber schon Indie-Pop – allerdings nicht vergleichbar mit dem Radio-Pop …

HARMKE VAN DER MEER Wir spielen schon bewusst mit den verschiedenen Genres. Wir schauen einfach, was passiert, und es macht die Qualität des Albums aus, dass es überraschend und nicht langweilig ist …

STIEFEL … denn Langeweile wollten wir unbedingt vermeiden. Ich kaufe mir oft Platten und beschäftige mich viel mit Musik – da passiert es auch häufig, dass ich vielleicht ein oder zwei Songs wirklich gut finde, aber der Rest ist dann eher Einheitsbrei. Daher unsere bewusste Entscheidung für mehr Vielfalt.

Euer Debütalbum „Polygraph“ habt ihr 2013 veröffentlicht. Seitdem ist ja einiges an Zeit vergangen, und mit Jo am Bass und Bernd Erasmy am Schlagzeug habt ihr auch einen Besetzungswechsel hinter euch. Hatte das Einflüsse auf euer Songwriting?

VAN DER MEER Bei der „Polygraph“ haben wir ganz anders geschrieben. Jetzt haben wir jeden Song gemeinsam verfasst. Erste Liedansätze gab es entweder im Proberaum oder wir haben Ideen online geteilt, damit alle sich schon Gedanken machen können. Vollendet wurde aber es als komplette Band, jeder hatte da Einfluss auf die einzelnen Lieder. 2015 gab es allerdings auch noch die EP „Can’t we“, da gab es schon die neuen Bandmitglieder und dementsprechend auch schon eine ähnliche Vorgehensweise.

STIEFEL Man merkt auch, dass der Sound ein bisschen härter geworden ist im Vergleich zur „Polygraph“. Vorher war es ja schon eher heimelig und ruhig, was es jetzt überhaupt nicht mehr ist.

HANSSON Da kam ich dann als alter Metaller und hab die Härte reingebracht (alle lachen).

Hat es denn insgesamt länger gedauert, die neue Platte fertig zu stellen – zwischen den einzelnen Alben liegen ja schon einige Jahre?

VAN DER MEER Überhaupt nicht. Das fühlt sich nur so an. Es ist eben eine Eigenproduktion – jedes Instrument wurde selbst aufgenommen, gemischt und alles drumherum. Außerdem arbeiten wir alle noch. Da steckt da schon gehörig Arbeit und viel Freizeit dahinter. Eigentlich waren wir vergangenen Sommer schon fertig, mussten aber noch auf die Rückmeldung von Labels warten, das hat dann auch noch Zeit gefressen.

Das erste Album habt ihr über Crowdfunding finanziert, jetzt aber – wie gerade erwähnt – ein Label. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

STIEFEL Ich glaube, Crowdfunding ist inzwischen ein bisschen vorbei. Als das noch neu war, hatten die Leute mehr Ansporn, da mitzumachen. Das war aber nicht der Hauptgrund. Der lag darin, dass wir für „Polygraph“ ins Studio gegangen sind. Diese Kosten haben wir uns gespart, indem wir dieses Mal alles selbst gemacht haben. „Panique automatique“ können wir durch die Einsparungen jetzt auch auf Vinyl veröffentlichen, was uns als Musikliebhaber natürlich besonders freut.

Und was hat sich mit dem Label geändert?

HANSSON Erst mal sind wir wirklich froh, dass wir mit Barhill Records jemanden gefunden haben, der uns ordentlich in den Hintern tritt und ständig Mails mit Infos und Anfragen zu Materialien, Unterlagen und vielem mehr schickt. Das ist aber ein sehr gutes Gefühl.

VAN DER MEER Auf jeden Fall. Zu wissen, dass wir nicht mehr alleine rudern, sondern noch wen mit im Boot haben, der in die gleiche Richtung fährt und ab und an mal das Ruder übernimmt, macht einiges aus.

STIEFEL Das Label kümmert sich ja auch nicht um alles, sondern es ist eine enge Kooperation. Wir wollen gemeinsam versuchen, viele Konzerte zu spielen und eine gute Platte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig ist das ja nicht alles. Dieser ganze Social-Media-Wahnsinn, den man heute noch bedienen muss – das belastet noch zusätzlich. Das ist richtig viel Arbeit, und man muss sich auch genau überlegen, was man da veröffentlicht.

Zur Veröffentlichung kommt auch ein kleines Konzertwochenende für euch. Wie fühlt ihr euch davor?

HANSSON Ich persönlich hab immer Lampenfieber. Ich brauch das auch – wenn ich keines hätte, dann hätte ich keinen Spaß daran. Da fehlt dann die Motivation, es gut zu machen. Es wäre mir dann auch egal.

VAN DER MEER Egal ist es einem glaube ich nie. Früher war man halt nervös, aber heute ist man positiv aufgeregt.

HANSSON Das ist doch Lampenfieber (lacht).

STIEFEL Bei mir überwiegt das vor allem in Trier. Da stehen so viele Freunde und Bekannte, da ist der Druck irgendwie größer. Wenn wir in Hamburg oder Berlin spielen, merk ich das nicht so sehr. Trotzdem freu ich mich auf die Konzerte am Wochenende – und wenn alles klappt, auf die Tour im Herbst.

vandermeer spielt die Release-Show am Samstag, 30. März , 20 Uhr, in Lucky’s Luke in Trier. Der Eintritt kostet acht Euro, es gibt nur Abendkasse.

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