Crazewire: vandermeer – polygraph | Rezension

„Vandermeer ist eine weitere gute Band aus der Trierer Musikszene, die mit Bands wie Love ASeñor Karōshi, Herr Berlin und Pascow (okay, die kommen aus Gimbweiler) ziemlich homogen und aktiv ist – traut man dieser eher unbeachteten Stadt so gar nicht zu. Aber irgendwie bemerkenswert, dass dort gefühlt mehr passiert, als in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Egal.

Vandermeer starten mit einem fast sieben Minuten langen Opener („I Already Told You“), der dann auch noch etwas schwerfällig um die Ecke kommt. Auch dem darauf folgenden „All Is Fair In Love And War“ fehlt noch so ein wenig die Leichtigkeit. Und dann? Dann startet das lockere „Not Available“ und die Sonne geht auf. 1990er-Indie mit Frauengesang (sehr schönem Frauengesang im Übrigen), der direkt in die Füße geht. Super Nummer.

Man merkt der Band im weiteren Verlauf des Album an, dass sie sich weder um Schubladen, noch um eine gewisse Zielgruppe schert. Sie mischt einfach Jazz-Anleihen mit frischen Indie-Rock und legt da dann ein angestaubtes 1990er-Jahre-Gitarren-Solo drüber. Das ist interessant, das macht Spaß und das ist abwechslungsreich, ohne dabei überambitioniert zu wirken. Das einzige Problem, dass ich persönlich mit dieser Art von Musik habe ist, dass sie immer so ein bisschen „muckermäßig“ um die Ecke kommt. Sprach der musikalische Dilettant und skipt zurück zu „Stop“, einem wundervollem Beispiel dafür, dass die 1990er-Jahre eben doch geil waren.“ Lasse Paulus – crazewire